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50 Jahre Bundesliga: eine Erfolgsgeschichte

Die Delegierten der einzelnen Landesverbände des DFB beschlossen am 28. Juli 1962 die Gründung der Bundesliga

Am 28. Juli 1962 wurde im Goldsaal der Dortmunder Westfalenhalle ein Stück Fußballgeschichte geschrieben. Denn jener Tag gilt als die Geburtsstunde der Bundesliga.

Auf dem Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes beschlossen die Delegierten der einzelnen Landesverbände des DFB die Gründung der Bundesliga und ihre Einführung zur Saison 1963/64. Die Wahl zur neuen höchsten deutschen Spielklasse als einer gesamtdeutschen Liga fiel mit 103 Ja-Stimmen bei 26 Gegenstimmen aus.

Bildergalerie zur Feier "50 Jahre Bundesliga-Gründung" am 28. Juli 2012


Als am 24. August 1963 schließlich der erste Spieltag in der Bundesliga-Geschichte angepfiffen wurde und nach nur 58 Sekunden das erste Tor in der Historie der Liga durch Dortmunds Timo Konietzka fiel, lagen arbeitsreiche Jahre hinter den Verantwortlichen der Bundesliga, in denen die Ordnung und Struktur der Ligen in Deutschland festgelegt wurden. Die Idee der einen, einheitlichen Liga, die einige Visionäre schon Jahrzehnte zuvor hatten, war endlich Wirklichkeit geworden.

Erste Bemühungen


Die ersten Pläne für eine gesamtdeutsche Liga lagen bereits 1932 vor. Der damalige DFB-Präsident Felix Linnemann hatte den Wunsch nach einer "Reichsliga" geäußert, einer Liga, in der die besten deutschen Vereine den Deutschen Meister ausspielen sollten. Doch die Regionalverbände wehrten sich gegen die Idee und verweigerten ihre Zustimmung.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Spielbetrieb in Westdeutschland in mehreren Oberligen, die als höchste Spielklasse fungierten, aufgenommen. Die Meister der einzelnen Staffeln spielten dann den Deutschen Meister aus. In der DDR gab es bereits ab der Saison 1949/50 eine einheitliche Liga.

Das Oberliga-System brachte zwei große Schwierigkeiten mit sich. In einer Zeit, in der mehr und mehr Vereine dem Profitum zusprachen, entwickelte sich eine Art Zweiklassengesellschaft. Jede Oberliga hatte einige wenige Mannschaften, die die Staffel dominierten. Es mangelte an Konkurrenz, was zur Folge hatte, dass die deutschen Vereine im internationalen Vergleich meist nur hinterherliefen. Die Clubs aus Spanien, Italien und England - also aus Ländern, in denen bereits nationale Profiligen eingeführt worden waren - dominierten die europäischen Wettbewerbe.

Drei Visionäre


Insbesondere Franz Kremer machte sich stark für das Thema Bundesliga. Schon 1949 sprach sich der damalige Präsident des 1. FC Köln für eine gesamtdeutsche Liga aus und war Vorsitzender der "Interessengemeinschaft Bundesliga und Berufs-Fußball". Doch ein erneuter Versuch, eine nicht-gestaffelte Liga in Westdeutschland zu gründen, scheiterte auf der DFB-Tagung in Frankfurt/Main 1958.

Die Idee einer einheitlichen deutschen Profiliga fand trotz dieser Absage wieder neuen Nährboden und immer mehr Fürsprecher. Die Saat für die Bundesliga war gestreut. Kremer fand prominente Unterstützung in Bundestrainer Sepp Herberger und dem späteren DFB-Präsidenten Hermann Neuberger. Während Neuberger sich vor allem für die Idee stark machte, die besten Vereine zu vereinen und damit den Markt und die Qualität des Fußballs zu stärken und zu verbessern, bemängelte Herberger im vorherrschenden Ligensystem die zurückgehende Zahl an guten Spielern für die Nationalmannschaft. Als Beweis dafür diente schließlich das enttäuschende Viertelfinal-Aus bei der Weltmeisterschaft in Chile 1962.


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